Eine interessante Übung wurde am Samstag, den 23.05.2005 organisiert.Angenommen wurde ein Baustellenunfall am Dach der Feuerwehrhalle mit ungenauer Angabe des Schadensausmaßes. Nach Ankunft des Kommandofahrzeuges wurde umgehend die Drehleiter und das SRF-A angefordert, um an die Unglücksstelle in ca. 10m Höhe zu gelangen.
Die Besatzung des KDO-A und SRF-A bekam weiters den Auftrag zur Absperrung der Einsatzstelle. Die Drehleiter wurde vor dem Einsatzobjekt in Stellung gebracht. Der Einsatzleiter sowie ein Rettungssanitäter mit einem Notarztrucksack bestiegen das Dach, um einen ersten Eindruck der Einsatzstelle zu bekommen.
Die verletzte Person war durch ein Betoneisen auf Höhe der Brust gepfählt und mit einem Fuß unter einem Betonblock eingeklemmt.
Nach Absprache mit dem Rettungssanitäter wurden vom Einsatzleiter folgende Befehle an die wartende Mannschaft abgesetzt:
TLF:
* zwei Mann zur Unterstützung der Erste Hilfe Maßnahmen auf das Dach
* Überprüfung rund um das Gebäude, ob eventuell weitere Personen betroffen sind oder andere Gefahren für die Einsatzkräfte drohen
* Aufbau einer Löschleitung für eventuelle Arbeiten mit dem Trennschleifer
DL:
* Unterstützung für eventuellen Materialtransport über die DL
* Aufbau der D-Löschleitung
SRF:
* Aufbau Seilwinde Heckkran und Korbtrage
* Bereitstellung von Rettungsgerät zur Befreiung des Patienten
* Bereitstellung von Absturzsicherung der am Dach arbeitenden Einsatzkräfte
Nachdem der Zustand des Patienten stabilisiert worden war (war immer ansprechbar), konnte mit der Befreiung begonnen werden.
Das dazu notwendige Material wurde zum schnelleren Transport in die Korbtrage geladen und mit dem Heckkran an die Einsatzstelle gehievt.
Um das Betoneisen so schonend wie möglich abzutrennen, wurden drei Versuche gestartet:
* Schneiden mit dem Winkelschleifer (zu starke Vibrationen und Funkenflug + Lärm)
* Schneiden mit der Handmetallsäge (besser als Winkelschleifer, jedoch immer noch zu starke Vibrationen)
* Trennen mit dem großen Bolzenschneider (die schnellste und schonendste Art)
Zur Befreiung des Patienten im Beinbereich wurden die Hebekissen in Stellung gebracht um den Betonblock zu heben und gesichert Unterzubauen.
Nachdem der Verletzte auf die Korbtrage gebettet war, wurde er über die Seilwinde auf sicheren Boden gebracht.
Nach erfolgter Übungsbesprechung wurde folgende Schwerpunkte angeschnitten:
* an der Einsatzstelle sollen sich nicht mehr Einsatzkräfte als absolut erforderlich aufhalten, um eine "Rettungstraube" und somit Einsatzstellenchaos zu verhindern
* der Eigenschutz gegenüber verletzten Personen sollte nicht nur durch die Arbeitshandschuhe sondern zusätzlich mit Einweghandschuhen sichergestellt werden.
* wenn keine Crashrettung erforderlich ist, sollte man auf den Einsatz des Spreizers warten, mit welchem man das Betoneisen festklemmt, um die Vibrationen oder unkontrollierte Bewegungen während des Trennungsvorgangs so gering als möglich zu halten.
Anschließend wurde allen an der Übung beteiligten Wehrmännern für die regelmäßige Teilnahme an den Proben gedankt.
Kurz darauf wurden dann die Wehrmänner über die LNZ informiert, dass eine Person in Stegen abgängig war. Bevor die zusätzlich alarmierten Rettungskräfte (BRD, Hundestaffel) zur Suche eingeteilt werden sollten, wurde die Person wohlauf gefunden.
Übersicht |
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| Einsatzbeginn für FF-Stegen: | 23.05.2005, 18:30 Uhr |
| Einsatzende für FF-Stegen: | 23.05.2005, 20:00 Uhr |
| Art der Alarmierung: | Funk |
| Alarmstufe: | 5 (Technische Hilfeleistung) |
| Einsatzort: | Stegen, Feuerwehrhalle |
| Mannschaftsstärke FF Stegen: | 25 |
| Fahrzeuge FF Stegen: | KDO-A (Kommandofahrzeug) KLF-A (Kleinlöschfahrzeug) TLF-3000 (Tanklöschfahrzeug) DL18/12 (Drehleiter) SRF-A (Schweres Rüstfahrzeug) TFK-A (Kleintransportfahrzeug) |
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